Ngô Nguyễn Duy
(caspi)
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G.Lawecki, S.Schlagenhaufer
Frankfurt News
Eine Stunde Arbeit für 80 Cent
Weißrussen sind besonders billig: An der Hanauer Landstraße versammeln sich im Morgengrauen die Tagelöhner und warten auf Kunden.
Es ist kalt und dunkel an diesem Morgen an der Hanauer Landstraße. Vor der Großmarkthalle versammeln sich Dutzende dunkler Gestalten. Den Kopf gesenkt rauchen sie ihre Zigaretten. Sie warten auf Kundschaft, die meist in kleinen Bussen und Transportern vorfährt. Diese Männer verkaufen sich für eine Hand voll Euro. Dafür erledigen sie jede Art von Arbeit. Es sind Frankfurter, aber auch Ausländer. Legal und teils illegal. Wer an Frankfurts zweitlängster Ausfallstraße billige Arbeitskräfte sucht, wird schnell fündig. Die Hanauer, sie ist der sogenannte Arbeiterstrich der Mainstadt. Der Schatten der glänzenden Bankenmetropole.
Wer dort als Frankfurter landet, ist ungelernt, unqualifiziert, über das Arbeitsamt nicht mehr zu vermitteln. Sie bessern ihre Sozialhilfe durch Schwarzarbeit auf dem Bau auf. Dafür stellen sie sich morgens ab 5 Uhr auf die Hanauer. Blicken sehnsüchtig jedem Wagen entgegen, der vorfährt. Vielleicht winkt ein lukrativer Job. Zumindest für ein paar Stunden. Wer Glück hat, wird gleich für mehrere Tage angeworben.
Es sind Menschen wie Herbert aus Fechenheim: "Nach einem Arbeitsunfall war ich als gelernter Technischer Zeichner weg vom Fenster. Jetzt gibt es meinen Berufszweig nicht mehr". Urlaub mit der Familie wünscht er sich dennoch: "Also stelle ich mich jeden Morgen an den Bordstein. Und versiegle für drei Euro fuffzisch Fugen an Betonbauklötzen".
Als Deutscher Tagelöhner hat Herbert noch Glück. Er steht an der Spitze der Lohnhierarchie. Polen, Ukrainer, Albaner oder Afrikaner verdienen schlechter. Die "Arbeitgeber" wissen, wie sie den Lohn drücken. Weißrussen arbeiten für 80 Cent die Stunde.
Wer zu hohe Ansprüche stellt, geht leer aus. Artur ist Pole und vor zwei Wochen nach Frankfurt gekommen. Seinen letzten Job hatte er vor vier Tagen. Er will viel Geld verdienen und wird Monate oder Jahre dafür arbeiten müssen. Mit einem neuen Auto würde er sich wieder nach Hause trauen. Dann, so sagt er, hat er es geschafft. Dafür nimmt er allerlei in Kauf. Fern der Heimat hat er kaum Sprachkenntnisse, Rechte und Schutz vor der Willkür skrupelloser Bauunternehmer. Gewerkschaften und Handwerk laufen Sturm gegen den Arbeiterstrich. Ihnen macht die Schwarzarbeit schwer zu schaffen. Einen deutschen Handwerker für drei Euro pro Stunde gibt es nunmal nicht.
Doch Zoll und Arbeitsamt sind die Hände gebunden. Vor allem wenn es sich um EU-Ausländer handelt. Gegen die Auftraggeber vorzugehen ist unheimlich schwierig. Denn ihre privaten Grundstücke sind gesetzlich geschützt, Kontrollen nur schwer möglich.
Frankfurt News
Eine Stunde Arbeit für 80 Cent
Weißrussen sind besonders billig: An der Hanauer Landstraße versammeln sich im Morgengrauen die Tagelöhner und warten auf Kunden.
Es ist kalt und dunkel an diesem Morgen an der Hanauer Landstraße. Vor der Großmarkthalle versammeln sich Dutzende dunkler Gestalten. Den Kopf gesenkt rauchen sie ihre Zigaretten. Sie warten auf Kundschaft, die meist in kleinen Bussen und Transportern vorfährt. Diese Männer verkaufen sich für eine Hand voll Euro. Dafür erledigen sie jede Art von Arbeit. Es sind Frankfurter, aber auch Ausländer. Legal und teils illegal. Wer an Frankfurts zweitlängster Ausfallstraße billige Arbeitskräfte sucht, wird schnell fündig. Die Hanauer, sie ist der sogenannte Arbeiterstrich der Mainstadt. Der Schatten der glänzenden Bankenmetropole.
Wer dort als Frankfurter landet, ist ungelernt, unqualifiziert, über das Arbeitsamt nicht mehr zu vermitteln. Sie bessern ihre Sozialhilfe durch Schwarzarbeit auf dem Bau auf. Dafür stellen sie sich morgens ab 5 Uhr auf die Hanauer. Blicken sehnsüchtig jedem Wagen entgegen, der vorfährt. Vielleicht winkt ein lukrativer Job. Zumindest für ein paar Stunden. Wer Glück hat, wird gleich für mehrere Tage angeworben.
Es sind Menschen wie Herbert aus Fechenheim: "Nach einem Arbeitsunfall war ich als gelernter Technischer Zeichner weg vom Fenster. Jetzt gibt es meinen Berufszweig nicht mehr". Urlaub mit der Familie wünscht er sich dennoch: "Also stelle ich mich jeden Morgen an den Bordstein. Und versiegle für drei Euro fuffzisch Fugen an Betonbauklötzen".
Als Deutscher Tagelöhner hat Herbert noch Glück. Er steht an der Spitze der Lohnhierarchie. Polen, Ukrainer, Albaner oder Afrikaner verdienen schlechter. Die "Arbeitgeber" wissen, wie sie den Lohn drücken. Weißrussen arbeiten für 80 Cent die Stunde.
Wer zu hohe Ansprüche stellt, geht leer aus. Artur ist Pole und vor zwei Wochen nach Frankfurt gekommen. Seinen letzten Job hatte er vor vier Tagen. Er will viel Geld verdienen und wird Monate oder Jahre dafür arbeiten müssen. Mit einem neuen Auto würde er sich wieder nach Hause trauen. Dann, so sagt er, hat er es geschafft. Dafür nimmt er allerlei in Kauf. Fern der Heimat hat er kaum Sprachkenntnisse, Rechte und Schutz vor der Willkür skrupelloser Bauunternehmer. Gewerkschaften und Handwerk laufen Sturm gegen den Arbeiterstrich. Ihnen macht die Schwarzarbeit schwer zu schaffen. Einen deutschen Handwerker für drei Euro pro Stunde gibt es nunmal nicht.
Doch Zoll und Arbeitsamt sind die Hände gebunden. Vor allem wenn es sich um EU-Ausländer handelt. Gegen die Auftraggeber vorzugehen ist unheimlich schwierig. Denn ihre privaten Grundstücke sind gesetzlich geschützt, Kontrollen nur schwer möglich.
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